Du bist nicht der Handelnde

Dieser Satz, wenn man ihn postet oder Jemandem sagt, der die Dinge so nicht sehen kann,  führt immer wieder zu Unverständnis, oftmals sogar zu aggressivem Verhalten, die Leute greifen einen deswegen an. 

Warum?

Nun, diese Aussage stellt klar fest, dass es den sog. „Täter“, den „Handelnden“, den "Denker " nicht gibt. 

Das bedeutet, ich habe keine Kontrolle über das, was geschieht, ich kann nicht eingreifen,  nichts bewirken. 
Das wiederum ist ein Schlag ins Gesicht des EGO, der individuellen Persönlichkeit, die ja von sich behauptet, frei entscheiden oder wählen, die eigenen Lebensumstände beeinflussen oder sogar bestimmen zu können. 

Es ist sozusagen eine Bedrohung für das komplette „Ich-System“. Dagegen wehrt sich das  EGO, solange es nur geht und verteidigt seine Position.  
Sagst man Jemandem, er sei nicht der „Handelnde“, so greift man sein komplettes Selbstverständnis an, sein Selbstbild, das Bild, das er von der Welt hat. 

Das ist das „Schlimmste“, was man einem Menschen, der sich als von anderen getrenntes  Wesen, als Persönlichkeit, sieht, antun kann. Die Reaktionen sind dementsprechend heftig ( manchmal ). 

Die positiven Konsequenzen, die sich aus der Klarsicht dieser Aussage, aus ihrer Akzeptanz  ergeben, können von demjenigen zu diesem Zeitpunkt nicht gesehen werden. 

Für ihn/sie gibt es nur das leidvolle Spiel des Lebens, das es in all seiner Dualität zu spielen  gilt, als eigenständige Person. Voller Stolz und Nachdruck wird dann noch darauf hingewiesen, wie sehr man doch dieses Spiel aus Freud´ und Leid spielt und dass man es auf keinen Fall missen möchte, d.h. es wird unterstellt, dass nach der Erkenntnis, dass es keinen selbständig Handelnden gibt, das Leben öde und fade dahinplätschern würde und emotionslos nicht lebenswert wäre. 

Gesehen wird hierbei nicht ( kann nicht gesehen werden ), dass sich ja nach der Erkenntnis  überhaupt nichts ändert, sondern dass lediglich der persönliche Bezug nicht mehr existiert, was sich darin niederschlägt, dass ohne persönliche Betroffenheit Ruhe und Frieden einkehrt. 

Alles geschieht weiterhin, alles erscheint, Freude, Angst, Trauer, Lust usw. jedoch ohne  persönlichen Bezugsrahmen juckt es schlichtweg nicht mehr, es wird einfach wahrgenommen und vorbeiziehen gelassen. 

Was für eine entspannte Art zuleben.

Da gibt´s nur eins: AUSPROBIEREN.

In Liebe

Elmar

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